Die Steller-Solar-Aktiengesellschaft

wie sie wurde, was sie ist ...

Bericht zur Steller-Solar-Aktiengesellschaft
von
André Blank (31.07.2002)

Von der Idee zum Unternehmen

Alles begann mit einer Idee: der Idee des Investors Friedrich Börner, seinen privaten
(2 kWp-)Anteil an der 27-kWp-Photovoltaikanlage auf dem Dach des Stellergymnasiums für Unterrichtszwecke im Fach Wirtschaft und Recht zu nutzen.
Aus dieser Idee und im Zusammenhang mit dem anstehenden 600jährigen Jubiläum der Schule ergab sich das Projekt Steller-Solar-Aktiengesellschaft.

Die erste Vorausetzung war geschaffen, als die Anlage am 14.September 2001 an das örtliche Stromnetz angeschlossen wurde. Die Anlage war in den Monaten zuvor auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetz vom 12. April 2001 geplant, finanziert und errichtet worden. Für 20 Jahre wird den Investoren die Abnahme des Solarstroms zum Preis von 0,99 DM bzw. 0,5062 Euro pro Kilowattstunde garantiert. Nachdem die Stadtwerke Bad Wndsheim als Abnehmer des Solarstroms diese gesetzlichen Rahmenbedingungen auch vertraglich übernommen haben, erwarten wir einen Ertrag von etwa 1.800 kWh pro Jahr - d.h. Einnahmen von ca. 910 Euro. Die laufenden Kosten von derzeit 10 Euro pro Jahr abgezogen, ergibt sich ein erwarteter Reinertrag von 900 Euro.

Die zweite Voraussetzung war die Umwandlung der privaten Anlage in eine Aktiengesellschaft. Hierfür wurde im Rahmen des Schuljubiläums das Projekt Steller-Solar-Aktiengesellschaft ins Leben gerufen. Insgesamt 44 interessierte Schüler und Schülerinnen machten es sich zur Aufgabe, die Aktiengesellschaft bis zur Projektwoche Ende Juli 2002 fertig zu stellen, die Aktien zu drucken und ihren Verkauf vorzubereiten.

Die Gründung - am 17. April 2002 war es endlich so weit: Die Steller-Solar-Aktiengesellschaft wurde gegründet.
Folgende Personen wurden als Gründer eingetragen und riefen die Aktiengesellschaft mit ihrer Unterschrift ins Leben: Thea Schneider (Klasse 6a), Silke Symalla (8b), Martin Blank (9b), André Blank (10b) und Friedrich Börner.
Mit der gleichzeitigen Übernahme der Aktien durch die Gründer änderte sich das bisherige Besitzverhältnis - war bisher F.Börner alleiniger Eigentümer der Anlage, so gehörte sie jetzt der Aktiengesellschaft, die zunächst von den fünf Gründern vertreten wurde. Die Schülergründer übernahmen jeweils eine Aktie gegen Barzahlung, F.Börner die restlichen 2.397 von insgesamt 2.401 Aktien gegen Einbringung seiner Anlage. Die Gründer gaben in einer sofort anschließenden ersten Hauptversammlung dem neugeborenen Unternehmen nun auch noch die gesetzlich vorgeschriebenen Gremien - einen Aufsichtsrat und einen Vorstand. Der Projektleiter hatte auch hier vorgearbeitet und Mitglieder für die beiden Gremien gewonnen - die Schüler/innen waren bereit, folgende Aufgaben zu übernehmen:

Der Aufsichtsrat als Kontrollorgan setzt sich nun zusammen aus dem Vorsitzenden André Blank (10b) und den weiteren Mitgliedern Stefanie Beck (6a), Anya Dietrich (6a) und Daniela Franz (9c).

Der geschäftsführende Vorstand besteht aus folgenden Personen: Benedict Dingfelder (6a), Tobias Herderich (7b), Johannes Horn (9b), Stefanie Kinzinger (10b) und demVorstandsvorsitzenden Friedrich Börner.

Am selben Tag wurde auch noch die Steller-Solar-Stiftung gegründet, die später einmal die Aktiengesellschaft übernehmen soll - aber dazu weiter unten mehr. Der Gründer dieser Stiftung ist Friedrich Börner, der Stiftungsrat setzt sich zusammen aus dem Gründer und den beiden weiteren Mitgliedern Dr. Hans Schneider und Xaver Frühwirth (10b). Die Stiftung wurde zunächst mit einer ersten Aktie ausgestattet.

Alle Gründungsurkunden und -protokolle wurden bei der Schulleitung hinterlegt. Sie fungiert als unser "persönliches Handelsregister beim Amtsgericht".

Der Druck der Aktien war die nächste zu bewältigende Aufgabe. Es wurden verschiedene Entwürfe sowie umfangreiche finanzielle Mittel benötigt.
Die etwa 400 € Druckkosten konnten glücklicherweise durch Spenden und Projektmittel gedeckt werden. Die Entscheidung, welches Gesicht die Aktie bekommen sollte, war nicht einfach zu treffen. Viele Aspekte galt es zu beachten: Die Aktie sollte ansprechend und klar gestaltet werden, musste aber zusätzlich fälschungssicher und vor allem auch bezahlbar zu drucken sein.
Wir entschieden uns aus etwa 15 verschiedenen Vorlagen für den folgenden Entwurf, der ursprünglich einen gelben Hintergund hatte, aus Kostengründen dann aber weiß ausfiel:

Es wurden insgesamt 2.401 Aktien gedruckt; die 1.200 Inhaberaktien werden langfristig an Schüler und andere Interessenten ausgegeben, die 1.201 Namensaktien verbleiben in jedem Fall bei Herrn Börner.
Um den Verkauf der Aktien an (minderjährige) Schüler im schulischen Rahmen überhaupt erst zu ermöglichen, bietet Herr Börner den Aktionären eine herausragende Sicherheit: Sie besteht darin, dass die Aktie ihren Wert nicht gänzlich verlieren kann. Er nimmt die Aktien deshalb zukünftig zu ihrem Nennwert von 5 € abzüglich des bisher aufgelaufenen Wertverlustes durch Abschreibung zurück. Das sieht in den Realität dann so aus, dass die Aktionäre voraussichtlich

5,00 Euro bis 20.12.2002

4,75 Euro bis 20.12.2003
4,50 Euro bis 20.12.2004
4,25 Euro bis 20.12.2005
4,00 Euro bis 20.12.2006
3,75 Euro bis 20.12.2007
3,50 Euro bis 20.12.2008
3,25 Euro bis 20.12.2009
3,00 Euro bis 20.12.2010
2,75 Euro bis 20.12.2011
2,50 Euro bis 20.12.2012
2,25 Euro bis 20.12.2013
2,00 Euro bis 20.12.2014
1,75 Euro bis 20.12.2015
1,50 Euro bis 20.12.2016
1,25 Euro bis 20.12.2017
1,00 Euro bis 20.12.2018

0,75 Euro bis 20.12.2019

0,50 Euro bis 20.12.2020
0,25 Euro bis 20.12.2021

erhalten können, wenn sie sich von ihren Aktien durch Rückgabe an Herrn Börner trennen wollen. Sie können natürlich auch an der schulinternen Börse andere Käufer suchen (und finden), die mehr zu zahlen bereit sind.....

Die Schüler können Aktien eigenständig aus ihrem Taschengeld bzw. mit Unterschrift eines Elternteiles erwerben. Während der Projektwoche haben Schüler aus allen Klassen und Jahrgangsstufen insgesamt etwa 250 Aktien erworben. Während des Schulfests am Jubiläums-Sonntag (28. Juli 2002) haben weitere Schüler, deren Eltern und Ehemalige bzw. Freunde zusammen weitere 200 Aktien erworben. Insgesamt wurden der Steller-Solar-Stiftung bis Ende Juli 40 Aktien gestiftet. Damit ist der Grundstock gelegt, dass die Stiftung in der Zukunft als Mehrheitsaktionärin die Steller-Solar-Aktiengesellschaft übernehmen kann und sie damit personell unabhängig macht. Ob die Stiftung dann das Unternehmen weiterbetreibt, liquidiert oder ein ähnliches Projekt mit ökonomischer und ökologischer Ausrichtung unterstützt ist ihr im Rahmen der Satzung freigestellt.

Die erste Hauptversammlung hat am 14. Februar 2003 (Valentinstag, gleichzeitig Zwischenzeugnistermin) in der 5. und 6. Stunde in der Aula stattgefunden. Die Barauszahlung der Dividende ist erfolgt. Wie in diesem Jahr wird auch in den kommenden Jahren die ordentliche Hauptversammlung um den Zwischenzeugnistermin herum liegen oder vor der neu geschaffenen Faschings-Ferienwoche stattfinden. Wie bisher wird die Ankündigung hier im internet und zusätzlich im minimarkt der Windsheimer Zeitung/ Fränkischen Landeszeitung erfolgen.