Besiedelung

Die Besiedelung der Fläche des Landkreises kann als Spiegelbild der einzelnen Aspekte der Naturgrundlagen dienen:
Die Erkundung, die Erschließung, der weitere Ausbau der erschlossenen Fläche und schließlich die flächenhafte Nutzung orientierte sich über viele Jahrhunderte hinweg am Relief, an den klimatischen Verhältnissen (Temperaur, Niederschläge, Schutzlage, Exposition), am Gewässernetz (Quellen, Bachläufe, Überschwemmungsgefahren) und natürlich an der sehr unterschiedlichen Bodengüte der einzelnen Bodenarten.
Auch die vorhandenen Bodenschätze sind Ansatzpunkte einer Nutzung gewesen: Muschelkalk und Sandstein dienten ebenso wie Holz und Lehm (Fachwerkbau) jeweils als regionales Baumaterial, Ton ermöglichte Ziegelbrennereien, Gips wurde gebrannt usw.

In der Folge der Völkerwanderung dringen Franken von Westen her auch in den Bereich unseres heutigen Landkreises vor. Ihre Siedlungen liegen dabei naturgemäß im Westen und in den topographisch begünstigten Bereichen der Gaufläche und der Aischniederung. Sie sind erkennbar an der Namensendung "-heim", die im 5. und 6. Jahrhhundert Mode war. Alle Bereiche, die weiter östlich orientiert oder höher gelegen sind, bleiben zunächst unerschlossen:

Ebenfalls im 5./6. Jahrhundert, aber mit einigen Jahrzehnten Abstand, entstehen Orte mit der typischen Namensendung "-hofen" (in der zweiten Karte ist dieser Erweiterungsraum gelb gekennzeichnet)

Eine dritte Phase in der Zeit des 5./6. Jahrhunderts zeigt Ortsnamenendungen mit "-stätt"/"-stett"/"-stetten".
Die topographischen Gunsträume Gaufläche und Aischtalung ("Windsheimer Bucht") sind damit Zentren der fränkischen Landnahme in unserem Raum (neu dazugekommen = gelb):

Während der weiteren Ausbauzeit im 7. Jahrhundert kommen Orte mit der Namensendung auf "-ach" und "-bach" hinzu und zeigen, dass die Besiedelung nunmehr auf günstige Lagen an (später auch in) Frankenhöhe und Steigerwald ausgreift.
Zur Standortgunst gehört auch das dort - nicht nur im Ortsnamen - vorkommende Wasser.

Erste Rodungen waren bereits etwa um 700 mit Hilfe von Slawen vorgenommen worden - räumlich auf den Bereich südlich von Neustadt/A. konzentriert: Untersachsen, Obersachsen, Neidhardswinden, Unterstrahlbach, Oberstrahlbach

Die spätere Ausbauzeit bis etwa zum Jahr 900 bringt dann eine Erschließung auch der inneren Bereiche von Frankenhöhe und Steigerwald. Die Ortsnamensendungen auf "-hausen", "-brunn", "-greuth", "-loh" und "-buch" weisen darauf hin, dass Wald gerodet werden musste, wenn Landwirtschaft betrieben werden sollte - aber auch die Lage der Ansiedlungen wird durch die Namensendung beschrieben: "-berg"

In den dann folgenden 200 Jahren bis etwa 1200/1250 wurde der erschlossene und besiedelte Bereich intensiver ausgebaut, es bleibt aber grundsätzlich bei der Betonung der Gunstlagen, wie die fünfte und letzte Karte zeigt.