"Europa 021 - ein bürokratischer Wasserkopf"

Vorurteile sind langlebig - und oft nur mit Quellenarbeit zu widerlegen. Wir haben das gemacht und präsentieren hier unser Ergebnis:

Das Europäische Parlament hat 732 Abgeordnete aus 25 Mitgliedsländern, die die Interessen von insgesam 452,2 Mio. Einwohnern vertreten. Dafür arbeiten 3.591 vollerwerbstätige und 103 zeitlich begrenzt Beschäftigte abwechselnd in Straßburg, Brüssel und Luxemburg.

Die Kommission besteht aus 25 national bestimmten Mitgliedern; diese Kommissare stellen das ausführende Organ Europäischer Politik (Haushalt, Agrarpolitik, Struktur- und Kohäsionsfonds etc.) dar. Am Dienstsitz Brüssel arbeitet ihnen folgendes Personal zu: 20.933 Dauerstellen, 529 Zeitstellen.

Am Luxemburger Dienstsitz des Europäischen Gerichtshof arbeiten 787 Dauerbeschäftigte und 290 Zeitarbeitskräfte - weniger als Deutschland Richter hat (500 im Bund, 21.500 in den Ländern).

Der Europäische Rechnungshof ,der nicht nur den Haushalt, sondern alle Einnahmen und Ausgaben der EU prüft, beschäftigt in Luxemburg Personal auf 479 Dauerstellen und zusätzlich 96 Zeitarbeitsplätze.

Addiert man nun auch noch den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss sowie den Ausschuss der Regionen (jeweils 317 Mitglieder, die die Kommission beraten; 501 bzw. 231 Dauerstellen und 18 bzw. 19 Zeitstellen, Sitz in Brüssel) und die Europäische Investitionsbank (EIB, Luxemburg) mit 1.113 Beschäftigen ...

... so ergibt sich für das gesamte "Europa" ein Personalbestand von 29.795 Dauer- und Zeitstellen.
Zum Vergleich hat allein die Stadt München im Juli 2003 insgesamt 41.854 Erwerbstätige beschäftigt:
einen Verwaltungspersonalbestand von rund 26.000 Dienstkräften in der Stadtverwaltung und ca. 10.000 Beschäftigte in den Eigenbetrieben (Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen etc.)