Europa 014 - Bildungspolitik

Nicht nur die Mitgliedstaaten der EU, sondern insgesamt 40 Staaten Europas haben 1999
in der sogenannten Bologna-Erklärung vereinbart, bis zum Jahr 2010 einen gemeinsamen europäischen Hochschulraum zu schaffen.

Ein Studium in Europa wird dann nach 6- bis 8 Semestern zu einem ersten Hochschulabschluss namens Bachelor führen, der zu einer Berufstätigkeit qualifiziert. Dabei werden grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, gegenüber heute wird ein schnellerer Berufseinstieg ermögllicht, es soll eine gezieltere Arbeitmarktfähigkeit erreicht werden und die Grundlage für lebenslanges Lernen (LLL) soll damit gegeben werden (z.B. späterer Einstieg in ein Masterstudium).

Das Masterstudium kann sich sofort oder nach beruflicher Tätigkeit anschließen und ist durch die Stichworte (forschungs- oder anwendungsbezogene) Vertiefung - Spezialisierung - Verbreiterung gekennzeichnet. Nach diesem zweiten Hochschulabschluss ist man zur Promotion berechtigt.

Als Vorteile werden genannt:
verkürzte Studienzeiten durch ein gestuftes Studiensystem mit Modularisierung der Lehrinhalte, gezielte Ausbildung für den Einzelnen und Vergleichbarkeit der Abschlüsse in Europa, höhere nationale und auch internationale Durchlässigkeit und eine ermöglichte größere Mobilität der Studierenden/Hochschullehrer und Wissenschaftler, erleichterte Weiterbildung, modernere Praxisorientierung, eine verstärkte internationale Ausrichtung, diversifizierte Qualifikationsebenen und verbesserte Qualifizierungsmöglichkeiten.

Dagegen stehen der Abbau individueller Studienschwerpunkte und das Verschwinden eines studium generale; Universitäten werden in der größeren Konkurrenzsituation nur noch zahlenmäßig weniger, dafür aber "lukrative"/"rentable" Studiengänge anbieten - die Uniformität wird also "europäisiert".